Kaulsdorf

KAULSDORF an der Saale
m it seinem Ortsteil Tauschwitz

Kaulsdorf heute

Der Ort liegt an der Saale und breitet sich bis zum Zimmersberg aus. Sein Ortsteil Tauschwitz schlängelt sich entlang der Saale und der B85 und liegt am Fuß des "Roten Berges". Die "alten Tauschwitzer", die stolz auf ihren eigenen Ortsteil sind, sehen es nicht gerne, dass heute der Ortsteil Tauschwitz nahtlos und von Ortsfremden unbemerkt in Kaulsdorf übergeht. Kaulsdorf hat sich zu einem modernen Dorf entwickelt, in dem heute 1421 Einwohner zuhause sind. Die Verwaltung der Einheitsgemeinde befindet sich im Bürgerhaus, das mit Gaststätte und Saal Platz für kulturelle Veranstaltungen bietet.

Gemeinde Kaulsdorf an der Saale

Gewerbegebiet Kaulsdorf

Zwischen B 85 und "Saale" entstand in den 90-er Jahren ein Gewerbegebiet, in dem derzeit eine Tankstelle, ein Eiscafe, eine Physiotherapiepraxis, eine Rettungsleitstelle und eine Apotheke sowie der Sitz der Freiwilligen Feuerwehr zu finden sind.

Sportvereine nutzen die Möglichkeit, in der Turnhalle und auf dem Sportplatz, zu dem auch ein Vereinshaus gehört, Training und Punktspielbetrieb durchzuführen. Arzt- und Zahnarztpraxis, Friseursalon und Einkaufszentrum gibt es ebenfalls im Ort. Von den Kindern der Einheitsgemeinde und umliegender Dörfer werden Kindertagesstätte, Schule, Hort und der Spielplatz genutzt.

Historisches von Kaulsdorf und Tauschwitz

Kaulsdorf wurde erstmals im Jahr 1074 urkundlich erwähnt, damals allerdings unter dem Namen "Culisdorf". Der Name weist auf eine Pfahlbefestigung des Dorfes hin. Die ersten Bewohner waren Sorben. Sie kamen über den Roten Berg und ließen sich in der Nähe des Wutschenbaches bis hin zur Brauereistraße nieder.

Im 12. und 13. Jahrhundert entstanden vom ältesten Siedlungskern bachabwärts neue Bauernhöfe. Der Dorfanger - geteilt durch den Wutschenbach - bot auf der einen Seite Platz für den "Gänsemarkt", auf der anderen Bachseite führte ein Weg entlang. Kaulsdorfer KircheVoraussichtlich wurde zu dieser Zeit dort, wo die 1875 eingeweihte Kirche steht, eine Andachtsstelle errichtet. Für die Seelsorge und Predigten waren zu dieser Zeit Mönche, die aus Graba nach Kaulsdorf kamen, zuständig. Um nicht auf dem einsamen Weg über den "Roten Berg" überfallen zu werden, führten sie Hunde mit, die dann in Kaulsdorf gefüttert werden mussten. Dies war ein geeigneter Anlass, eine zusätzliche Geldsteuer, den "Hundefraß", zu erheben. Obwohl der Pfarrer schon vor 1547 in Kaulsdorf wohnte, wurde sie bis ca. 1883 eingefordert.

Für Fußgänger und Reiter war Kaulsdorf leicht von Saalfeld und Kamsdorf aus zu erreichen, was den Warenaustausch, das Handwerk, die Landwirtschaft und die Erschließung der noch bewaldeten Flächen vorantrieb. Im Jahr 1150 wurde das Kaulsdorfer Schloss vom Grafen von Orlamünde errichtet, um seine Macht in diesem Gebiet zu festigen. Ein für die weitere Entwicklung Kaulsdorfs und der umliegenden Orte bedeutendes Ereignis war die Einweihung der Saalebrücke zwischen Kaulsdorf und Eichicht im Jahr 1841. Dadurch konnte man die Fernwege über den Lohmen nach Laasen und Lobenstein sowie Franken nutzen, ohne die Furt durchqueren zu müssen.

Einen enormen Bevölkerungszuwachs und eine flächenmäßige Erweiterung erlebte Kaulsdorf, als Anfang der 60-er Jahre Wohnhäuser für die Mitarbeiter des neu errichteten Pumpspeicherwerkes Hohenwarte entstanden. Nach der politischen Wende war aufgrund der schwierigen Arbeitsplatzsituation in der Region ein Bevölkerungsschwund zu verzeichnen. Die herrliche Wohnlage, attraktive soziale Einrichtungen und die Nähe zur Kreisstadt Saalfeld haben aber dazu beigetragen, dass Kaulsdorf auch für viele junge Familien ein beliebter Wohnort geworden ist.